Was für eine Woche für das A-Team

14.07.2019 - Gstaad

Aus Silber in Hamburg wurde Gold in Gstaad

Sie hatten es nicht einfach. Vor sechs Tagen mussten Alix Klineman und April Ross im WM-Finale eine Niederlage einstecken. Eine Enttäuschung, so groß, dass viele Athleten lange daran zu knabbern hätten.  Eine Enttäuschung, die bis zum nächsten großen Turnier der Saison noch nachhallen könnte. Hier, in den wunderschönen Schweizer Alpen hat Alix ihren Einsatz als zermürbend beschrieben – und das war es sicher. 14 Spiele in den letzten 16 Tagen.

„Vor 11 Tagen haben wir bei der WM gegen Carol und Maria gespielt. Verrückt, denn es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen“, lacht die 29-Jährige ehemalige Indoor-Spielerin, die ihre erste Medaille in der Major Series feierte.

So viele Spiele in so kurzer Zeit und dann noch bei den Saison-Highlight-Turnieren Silber und Gold zu gewinnen, klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Und wenn man ganz ehrlich ist, war es auch ein schwerer Weg dorthin. In vier von sieben Partien in Gstaad verloren April Ross und Alix Klineman den ersten Satz.  Zu Beginn der Gruppenspiele verloren sie gegen Spanien und im Elimination-Match war es auch eine Zitterpartie.

Doch nun standen sie sechs Tage nach dem zweiten Platz in Hamburg stolz auf 1050 Metern Seehöhe und setzten einen Schritt nach links – auf Platz 1.  Und fanden noch die Energie, um die heilige Gstaader Siegertrophäe – die Kuhglocke zu haben und zu läuten.

„Verheerend“, beschreibt April die Hamburger Niederlage. Für viele andere wäre Silber bei Einer WM ein Grund zu Feiern. Aber nicht für das ehrgeizige A-Team. Harte Arbeit und eine bemerkenswerte mentale Stärke half den Amerikannerinnen sich weiter zu pushen. „Ich bin sehr stolz, dass ich mich von der WM-Enttäuschung erholt habe und hart gekämpft habe – zu Beginn des Gstaader Turniers, aber auch im Finale“, fügt die 37-Jährige hinzu, die übrigens auch die älteste Person ist, die in 20 Jahren Gstaad-Geschichte je die goldene Kuhglocke nach Hause nehmen konnte.

Alix ergänzt: „Den ersten Satz zu verlieren, hat uns irgendwie verfolgt. Aus welchem Grund auch immer, wir dieses Problem hatten. Aber wir haben beim Spielen gelernt und sind gemeinsam durch alle Höhen und Tiefen gegangen.“