Marketa gewinnt trotz Schmerzen

11.07.2019 - Gstaad

Die tschechische Verteidigerin Marketa Sluková lässt sich von ihrem noch nicht ganz ausgeheilten Zehenbruch nicht davon abhalten, weiterhin ihr Ziel zu verfolgen: das Turnier in Gstaad zu gewinnen.

Noch nie zuvor in ihrer Karriere hatte sie sich so schlecht, wie vor zwei Wochen gefühlt. Dennoch hat es Marketa Sluková beim Swatch Major in Gstaad mindestens auf Platz zehn geschafft – und das, obwohl ihr die Ärzte davon abgeraten haben, es jetzt schon wieder auf den Sand zu wagen.

Die Zehenverletzung hinderte die Titelfavoritinnen Marketa Sluková und ihre Teamkollegin Barbora Hermannová bedauerlicherweise daran, an der WM in Hamburg teilzunehmen.

Doch Marketa konnte dem Reiz der Alpenluft nicht wiederstehen und sie entschied sich, trotz ihrer Schmerzen am Kampf um die Kuhglocke teilzunehmen.

Der Comeback-Sieg, den sie gegen die Schweizer Lieblinge Anouk Vergé-Dépré und Joana Heidrich einfahren konnten könnte darauf hindeuten, dass das tschechische Paar weit kommen wird.

„Es ist etwas mehr als 14 Tage her, dass ich mir meinen Zeh gebrochen habe, doch mir geht’s gut – ich gib beim Spielen sehr Acht auf den Fuß, der immer noch ein bisschen schmerzt, doch wir wollten nicht ein weiteres Highlight der Saison auslassen“, erklärte Marketa.

„Ich bin sehr glücklich darüber, was wir trotz meiner Verletzung als Team geschafft haben. Ich konnte nicht so schnell laufen, wie ich es gewohnt bin, doch Bara hat eine erstaunliche Leistung beim Block und Aufschlag gezeigt. Wir haben eine Spielstrategie entwickelt, die gut funktioniert hat.“

Doch was haben die Ärzte dazu gesagt?

„Ich hätte sicher noch weitere vierzehn Tage ruhen müssen“, gab die Verteidigerin zu. „Für unseren Trainer wäre es in Ordnung gewesen, wenn wir nicht gespielt hätten. Es waren also Bara und ich, die diese Entscheidung getroffen haben – wir mussten es einfach tun.“

„Ich spüre ihn bei jedem Schritt – ich meine, es handelt sich um einen Bruch! Und man braucht wirklich einen guten Halt im Sand, wobei die Zehen eine wichtige Rolle spielen. Durch das viele Adrenalin ist es für mich während des Spiels aushaltbar. Es ist schmerzhaft danach, doch während des Spiels vergesse ich den Schmerz beinahe.“

Durch ihren Sieg mit 17-21, 21-19, 15-6 auf dem Center Court ist das tschechische Team, welches bei den letzten beiden Besuchen in Gstaad den fünften Platz erreicht hat, nur noch ein Spiel davon entfernt, um es wieder ins Viertelfinale zu schaffen.

Man hat den beiden richtig angesehen, dass sie es hier genießen.

„Als wir uns dazu entschieden, teilzunehmen, haben wir gesagt, dass wir es Schritt für Schritt angehen werden, denn wir waren nicht sicher, wie weit wir gehen konnten“, sagte Sluková.

„Zuerst mussten wir schauen, ob der Zeh den Druck aushält, also haben wir keine großen Ambitionen gesetzt.“

„Wir sagten uns einfach ‚Mal sehen, ob wir spielen können‘ und jetzt haben wir es unter die Top 10 geschafft, also schauen wir mal, wie weit wir noch kommen können.“